Spielend über Grenzen

MZ 28.04.2014

Es knistert, klopft, klappert, beginnt zu schwingen, zu vibrieren, ordnet, regelt und verliert sich wieder. Pizzicato wie ein Chor von Sirenen. Heulender Wind und Regentropfen im Mund der Kinder. Mäandernde Töne vereinen sich zur Fläche. Dann eine erste verstohlene Melodie, versuchen, verdichten, verlieren.

Wie eine Schöpfungsgeschichte der Musik oder die zyklische Genesis von alledem mit Kochlöffeln, Orchester und Wangenklopfen begann die „Sinfonie für jeden“ von Merlijn Twaalfhoven am Sonnabend im Anhaltischen Theater Dessau. Die Bühne ist offen beinah und hinten blau. Musiker auch da, wo in der großen Oper die Helden abtreten. Ein groß gerahmtes Projekt, welches zeitgenössische Musik auf das Programm stellt, ausgezeichnet mit dem Bürgerpreis der Stadtsparkasse Dessau.

Bernstein-Zitat

Generalmusikdirektor Antony Hermus zitierte zur Begrüßung Leonard Bernstein: Großes brauche zwei Dinge, eine Idee und zu wenig Zeit. Insofern gute Voraussetzungen. Nach Einzelproben waren die Musiker nur drei Stunden am Nachmittag zusammen, mehr als 250 Schüler, vornehmlich der Musikschule „Kurt Weill“, einige Musiklehrer und etwa 40 Mitglieder der Anhaltischen Philharmonie. Hermus begrüßte den niederländischen Komponisten und Dirigenten mit den Worten: „Ein Bekenntnis zur kulturellen Vielfalt für ein menschliches Miteinander.“

Und wahrlich ist Twaalfhoven ein Grenzgänger. Seine Musik erklang in einem syrischen Flüchtlingslager in Jordanien, überschritt die Grenze auf Zypern oder den Beton, der Israel und Palästina trennt. Auch sonst arbeitet er Genre und Räume überschreitend. Er ist ein Botschafter, der kulturelle Unterschiede nicht nivellieren, sondern feiern möchte. Und seine Botschaft ist Musik. Wenn man die defizitäre öffentliche Rezeption zeitgenössischer und Neuer Musik betrachtet, erscheint die landläufige Ablehnung eher als ernüchterndes Zeichen, eher als ein Bekenntnis zu dem, was längst begriffen wurde, ein Bekenntnis zur gewohnten Ordnung, zur ordentlichen Gewohnheit, ein Bekenntnis, welches neue Erfahrungen ausschließt. Der Ton macht die Musik? Die Tonhöhe zum Beispiel ist ein gewohntes formbildendes Prinzip. Was passiert, wenn die Klangfarbe nicht nur kolorierend mitschwingt, sondern selbst zum Prinzip erklärt wird?

Natürlichkeit und Professionalität

Diese Konzerte über den Mauern, den politischen Ansatz in Twaalfhovens Arbeit hört man auch in der „Sinfonie für jeden“ mit. Er tanzt auch hier auf Grenzen, feiert auch hier Unterschiede, Unterschiede, die auch sichtbar sind. Gut 100 Musiker, die jüngeren meist, musizieren auf Plastikflaschen und Plastikflöten, Klanghölzern und mehr im Saal. Das nimmt die Trennung, schafft Räumlichkeit und Bewegung, belebend. Natürlichkeit trifft zudem auf Professionalität, scheinbar organische Ereignisse auf Präzision. Die Grenzen zwischen jung und alt, Melodie und Geräusch werden überschritten. Und immer wieder scheint Twaalfhoven die Musikgeschichte zu zitieren, einen Dreivierteltakt auch und Passagen, die wie Exzerpte aus klassischen und romantischen Streichersätzen klingen, Wiederholung und Minimalisierung erfahren, zu Mustern werden. So werden Stilrichtungen passiert, als folge die Musik wahrlich der Ordnung eines Kaleidoskops. Klangflächen werden gewebt, bewegen, verdichten, lösen sich auf. Wie eine fragile Zeichnung über der Grundfarbe brechen immer wieder Bläser diese Fläche, fabulieren, singen, sinnieren, nah und fern und schön.

Brückenschlag

Mit dem Rhythmus wird gespielt. Er bricht hervor oder findet sich zufällig, steigert sich bedrohlich marschierend oder feiert ein Fest der Zusammengehörigkeit, greifende Nuancen. Und, Bläser geben es vor, endlich singen alle, als seien sie zusammen. Da erklang gerade der Chor, chorknabengleich, unschuldig schön.

Die „Sinfonie für jeden“ ist ein Brückenschlag in viele Richtungen, spielerisch, nie willkürlich, sich nie an Effekte verlierend. Merljin Twaalfhooven agiert am Pult so zurückhaltend wie mitreißend, wie ein Botschafter, der eine Botschaft hat, deren Gestalt im Suchen zu finden ist.


Diesseits der Rampe und Grenzen

MZ 24.04.2014

Musik, die Mauern und Grenzen übertönt, überschreitet, den Beton in Israel, die Grenze auf Zypern, die Ausweglosigkeit syrischer Flüchtlinge in Jordanien. Das seien sehr verschiedene Projekte mit verschiedenen Kulturen gewesen, sagt der niederländische Komponist Merlijn Twaalfhoven. Ziel sei immer, Kontraste zusammen zu bringen, aber nicht zu blenden. Er liebe den Kontrast zwischen Kulturen, aber auch zwischen professioneller Musik und der Musik von Kindern, ein Kontrast nicht nur des Klanges, auch ein Kontrast der Energie, der Atmosphäre, der Erfahrung: „Ziel ist immer, die Verschiedenheit zu feiern, zu lieben.“

Die Bühne bleibt offen

Die Bühne ein Meer von Pulten und Stühlen: Am Sonnabend werden auch im Anhaltischen Theater Dessau Grenzen überschritten, etwa die Rampe, die Bühne und Saal, Musiker und Publikum trennt. Das Philharmonische Musikschulkonzert, die „Sinfonie für jeden“ von Twaalfhoven, führt etwa 40 Orchestermusiker und 300 Schüler der Musikschule „Kurt Weill“ zusammen. Das Konzertzimmer fasst die Zahl der Musiker nicht, die Bühne bleibt offen. Und natürlich können nicht alle Klavierschüler auch Klavier spielen. Zwei der vier Klaviere werden mit Schülern besetzt. Etwa 120 Kinder werden auf mehr oder weniger selbst gebauten Instrumenten musizieren und im Publikum sitzen, wie die Sänger.

Zweimal wurde die „Sinfonie für jeden“ bereits aufgeführt, einmal in den Niederlanden und einmal in einem syrischen Flüchtlingslager in Jordanien. Die Partitur ist längst in Dessau, Einzelproben liefen bereits. Am Dienstag reiste Twaalfhoven an. Die Noten seien nicht das Problem, eher die Struktur, die es nun in wenigen Proben zu finden gilt. Stimmen für Mandoline und Akkordeon wurden eigens hinzugefügt. Und die Blockflöten musizieren mit Tuba und Orchester, mit E-Bass und Schlagwerk. Für das leise Instrument gebe es leise Momente. Und immer wieder spricht Twaalfhoven von Kontrasten, von Genauigkeit und Freiheit, jung und alt, Momenten der Ordnung und des Chaos, Melodien und Geräuschen.

„Die Musik soll ein Abenteuer werden“, sagt er, ein Abenteuer, welches inspiriere, weiter zu machen, nicht zu denken, dass Musik eingeschränkt sei. „Wenn ich die Geräusche des Meeres erfahre als Musik, dann ist das Musik. Ich entscheide mich selbst.“ Das Experiment mit dem Klang könne helfen, auch die Schönheit des Alltags wahrzunehmen. „Ich glaube, dass der Alltag sehr viel Schönheit hat, aber wir vergessen, das anzuhören, das anzusehen.“

An die Grenze gegangen ist Twaalfhoven auf Zypern, mit „Long dictance call“. Türkisch hier, griechisch da, die Menschen blieben getrennt, die Musik vereinte sich. Twaalfhoven spricht von einer „Feier der Humanität“. Ähnliches hatte er an der Mauer in Israel geplant, aber diesseits und jenseits der Mauer wohnen Palästinenser oder jüdische Siedler, mit denen dieses Konzert nicht zu haben war. Twaalfhoven wollte nicht gegen die Wirklichkeit arbeiten und vor allem kein Statement von außen platzieren. Er habe die Palästinenser gefragt, was sie sagen, was sie ausdrücken wollten. Die Antwort: Sie wollen gehört werden, wahrgenommen werden als Menschen mit Musik und Träumen, jenseits extremistischer Gewaltmeldungen.

Posaunen habe er gesucht und gefunden

Posaunen habe er gesucht und gefunden. Kinder hätten aus Abfall Instrumente gebaut. „Die Kinder“, so Twaalfhoven, „lernen im Alltag: Die Mauer ist stärker. Und im Projekt: Deine Stimme kann die Mauer übersteigen, deine Gedanken können sie überfliegen. Die Mauer ist nur blöder Beton. Sie lernen Freiheit zu erfahren in Musik und Fantasie, wenn Freiheit physisch nicht möglich ist.“ Wichtig sei, so Twaalfhoven, immer die Beziehung zwischen den Menschen, zwischen alten und jungen Musikern, zwischen Musikern und Publikum, sowie die Kontraste Genauigkeit und Freiheit, Perfektion und Spontaneität, Melodie und Geräusch. Twaalfhoven hofft, dass Musiker und Publikum ihm danach erzählen, was sie erfahren, gedacht, gefühlt haben. Die „Sinfonie für jeden“ solle ein Abenteuer werden für jeden, „eine Leiter in den Raum stellen.“


Lehrstunde beim Professor

MZ 18.02.2013

In der Musikschule war Emilie Henriette Fels am Wochenende ganz Ohr, denn der Förderkreis der Musikschule „Kurt Weill“ hatte Professor Michael Vogler von der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin zu einem Workshop für junge Streicher nach Dessau eingeladen. Am Sonnabend und Sonntag nahm sich Prof. Vogler für zehn Schüler der Dessauer Musikschule Zeit, um mit ihnen gemeinsam an vorbereiteten Stücken zu arbeiten.

Gestern Nachmittag traf er sich noch einmal mit allen, um das gemeinsam Erlebte zusammenzufassen. „Die Schüler haben sicher viele neue Anregungen und Ideen bekommen und viel Interessantes über die Musik und das Musizieren erfahren“, sagt Joachim Landgraf vom Förderkreis der Musikschule. Im vergangenen Jahr gab es den ersten Workshop dieser Art. Damals konnte Pianistin Ragna Schirmer für den jungen, talentierten Musikschulnachwuchs in Dessau gewonnen werden. Mit Prof. Vogler konnte nun wiederum ein ausgesprochener Kenner seines Fachs gewonnen werden. Vogler, der Violine in Leipzig studierte, danach als Orchestermusiker und Solist gefragt war, unterrichtete seit 1969 Musikstudenten und -schüler in Deutschland, aber auch Dänemark, England und der Schweiz. Bis März 2007 war er zudem Prorektor an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin.


Zuhören erwünscht beim Streicher-Workshop

MZ 13.02.2013

Prof. Michael Vogler nimmt sich für Musikschüler Zeit.
Nachdem es im vergangenen Jahr gelungen war, einen Kurs mit der Pianistin Ragna Schirmer für Schüler der Dessauer Musikschule zu organisieren, hat der Förderkreis der Musikschule in diesem Jahr Professor Michael Vogler von der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin zu einem Workshop für junge Streicher der Musikschule „Kurt Weill“ nach Dessau eingeladen, teilt Joachim Landgraf vom Förderverein der Musikschule mit.

Professor Michael Vogler wurde in Leipzig geboren und absolvierte ein Instrumentalstudium im Fach Violine an der Leipziger Musikhochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Im Anschluss übernahm er ein Orchesterengagement an der Komischen Oper Berlin. Zusätzlich konzertierte er regelmäßig als Solist und Kammermusiker. Später, während seiner fünfjährigen Mitgliedschaft im Kammerorchester „Camerata musica“, führten ihn Tourneen durch ganz Europa und nach Amerika.

der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin Instrumentalunterricht zu geben. Außerdem war er Lehrbeauftragter für die Fächer Methodik des Violinspiels und Lehrpraxis. Gänzlich seiner pädagogischen Arbeit verschrieben, organisierte er Weiterbildungsveranstaltungen für Berliner Musikschulen, referierte und unterrichtete im Rahmen der ESTA in Deutschland, Dänemark, England und der Schweiz.

Seit 1992 ist Michael Vogler Professor für Violine und Lehrpraxis und war bis März 2007 neben seiner Violinklasse Prorektor an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. „Der Förderkreis der Musikschule freut sich sehr, dass Professor Vogler nach Dessau kommt“, so Landgraf. „Die am Workshop teilnehmenden Schüler werden sicher viele neue Anregungen und Ideen bekommen und viel Interessantes über die Musik und das Musizieren erfahren“, ist er sich sicher.

Der Workshop findet an diesem Wochenende (16./17. Februar) im Konzertsaal derMusikschule „Kurt Weill“ in der Medicusstraße 10 statt. Am Sonnabend von 11 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 10 bis 14 Uhr wird sich Professor Vogler für jeden der zehn aktiv teilnehmenden Schüler etwa eine Stunde Zeit nehmen und gemeinsam mit ihnen an den vorbereiteten Stücken arbeiten, informiert Landgraf zum Ablauf. Am Sonntag ab 15 Uhr möchte sich Professor Vogler gern noch einmal mit allen Teilnehmern zu einer praktischen Zusammenfassung des gemeinsam Erlebten treffen. Dabei soll es um Themen gehen, die für alle jungen Musiker relevant sind. „Alle interessierten Schüler sowie Angehörige und Musikfreunde sind herzlich eingeladen dabei zu sein, denn auch für passive Teilnehmer kann es sehr spannend sein zuzuhören“, ermuntert Landgraf zum Besuch in der Musikschule. „Herr Professor Vogler ist eine sehr interessante musikalische Persönlichkeit mit immenser Unterrichtserfahrung auch im Bereich der Kammermusik“, erklärt er.


Eine Schule namens Weill

MZ 11.03.2012

Artikel von Ilka Hillger - Es waren durchaus mehrere Namen in Betracht gekommen. Friedrich Wilhelm Rust beispielsweise, der Gründer der Philharmonie. Oder Friedrich Schneider, der 1829 eine Musikschule eröffnete. Auch August Klughardt, der die Wagner-Tradition in Dessau begründete, hätte eine Option sein können. Dessau mangelt es nicht an großen musikalischen Söhnen der Stadt. Der Größte aber, für den am Sonntag ein Fest zu Ende ging, schlug am Ende alle seine Kollegen. Seit Sonnabend trägt die Musikschule, bis dahin nur mit dem Zusatz Dessau-Roßlau geografisch verortet, den Namen Kurt Weill.

Festakt im Theater

Der Festakt zur Namensgebung wurde im Foyer des Anhaltischen Theaters mit zahlreichen Gästen, darunter natürlich Schüler und Lehrer der Einrichtung, gefeiert. "Der Täufling gehört zu den besten und erfolgreichsten seiner Art im Lande", würdigte Oberbürgermeister Klemens Koschig das Wirken der Musikschule, die in dieser Form seit 60 Jahren besteht und an der momentan 693 Schüler lernen, die im vergangenen Jahr 422 Konzerte und Auftritte gestalteten. "Die Musikschule war und ist eine namhafte Einrichtung, blieb aber immer ohne Namen. Sie hat offensichtlich nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet", sagte Koschig. Das Jubiläumsjahr Anhalt 800 und der 20. Weill-Fest in der Geburtsstadt des Komponisten seien ein solcher. "Die Entscheidung für Kurt Weill ist richtig und pädagogisch-künstlerisch hinterlegt."

Denn Schnittpunkte zwischen Weill und dessen Festival und der Musikschule reichen bis 1993 zurück. Klemens Koschig erinnerte an die Produktion "Der Ja-Sager" in der Regie von Stephan Blüher, die Musikschüler damals während des Weill-Festes im Bauhaus präsentierten. Das Musical "Rats" folgte 1995, die "Ja-Sager / Nein-Sager" 2006, inszeniert von Silke Wallstein. Die Jugend-Big-Band Anhalt gehört inzwischen zu den festen Komponenten im Festivalprogramm. Und einen weiteren Höhepunkt konnte das Publikum am Sonnabend schließlich mit der umjubelten Uraufführung der Kinderoper "Oskar und die Groschenbande" erleben, die nach dem Festakt Premiere hatte und bei der junge Musiker im Orchestergraben spielten. "Heute erleben wir, wie lebendig unser Weill-Fest ist. In der Aufführung vereinen sich die besten künstlerischen Potenziale unserer Stadt", war sich Koschig schon vor Vorstellungsbeginn sicher.

Für Musikschulleiterin Ute Mahlo ist es "eine große Ehre und Freude, den Namen eines genialen Komponisten tragen zu dürfen". Auch sie wertete die Schnittpunkte zwischen Weill und Musikschule als vielfältig und unterstrich die Bedeutung des Anhaltischen Theaters für die musikalische Bildungseinrichtung. "Unser Ausbildungskonzept erfährt durch diese Zusammenarbeit eine positive Erweiterung." Einen wahrhaft prominenten Namen dürfe man nun fortan tragen, freute sich Mahlo und nahm das entsprechende Schild zum Anbringen am Haus in der Medicusstraße entgegen. Der Schriftzug ist Blau, das W im Namen des Komponisten Gold.

Dass die Mädchen und Jungen dem neuen Namen verbunden sind, unterstrichen beim Festakt zwei Schülergruppen der Musikschule. Mit der "Moritat von Mackie Messer" und "Speak low" trugen Sängerin Jessica Großmann, Pianist Cornelius Tamm und Saxophonistin Ann-Kristin Lamprecht Songs von Kurt Weill bei. Komponist Christoph Reuter, einst selbst Schüler der Musikschule, schrieb einen Tango für Kontrabassensemble, den Musikschüler und Bassisten der Anhaltischen Philharmonie spielten.

Freude bei der Weill-Gesellschaft

Die Freude der Kurt-Weill-Gesellschaft über die Namensgebung brachte deren Präsident Thomas Markworth zum Ausdruck. Für ihn sei die Idee der Klassischen Moderne damit einmal mehr in der Stadt angekommen. Eine Musikschule dieses Namens könnte in ihrer programmatischen Ausrichtung auch verstärkt die Kompositionen von Kollegen Kurt Weills neu entdecken. "Wir freuen uns über das erneute Heranrücken an das Kurt Weill Fest", so Markworth, der am Abend auf der Premierenfeier zu "Oskar und die Groschenbande" ausdrücklich allen Beteiligten für diesen Beitrag zum Fest dankte, darunter auch zahlreiche Kinder und Jugendliche der Musikschule "Kurt Weill".


Diktat der Noten überwinden

MZ 07.03.2012

Artikel von Danny Gitter - Zeit ist ein kostbares Gut für eine viel gefragte Pianistin. Und trotzdem brachte Ragna Schirmer vorige Woche genügend davon mit, um elf Musikschüler aus Dessau und Coswig in einem Meisterkurs zu unterrichten. Die in Halle lebende Pianistin ist Schirmherrin der Kinderoper "Oskar und die Groschenbande", die am Sonnabend im Rahmen des Kurt Weill Festes uraufgeführt wird. "Ich wollte als Schirmherrin nicht nur meinen Namen im Programm lesen, sondern einen aktiven Beitrag leisten", so Schirmer. Weil ihr die Nachwuchsförderung am Herzen liege und sie zu Generalmusikdirektor Antony Hermus und Joachim Landgraf vom Förderkreis der Musikschule ein freundschaftliches Verhältnis pflege, konnte sie den Beiden kaum den Wunsch abschlagen, sich in der Medicusstraße persönlich um den Nachwuchs zu kümmern.

Klavier, manchmal auch in Kombination mit Cello, Geigen und Gesang, wurde fleißig geübt im Konzertsaal der Musikschule. Da sitzen am Freitagnachmittag Imke Stabenow am Steinway-Flügel und Magdalena Schwiercz am Cello, um ihr Können der prominenten Lehrerin zu zeigen. Mal heiter, mal melancholisch ist die musikalische Grundstimmung. Angespannt und hochkonzentriert sind die Eleven, locker die Lehrerin. Diese Gelassenheit versucht Schirmer auch auf die Mädchen zu übertragen. Diese wollen Leistung in Perfektion abliefern. Zählen die Takte. Suchen Harmonie im Tempo ihrer beiden Instrumente. Schirmer entkrampft das Spiel mit Ratschlägen. Sie empfiehlt, ein Gefühl für den Puls der Musik zu entwickeln, das Zählen zu lassen und sich ganz auf Tempo und Geschehen einzulassen. Zögernd löst sich auch die Spannung bei Stabenow und Schwiercz. "Plötzlich ist man frei", beschreibt Schirmer das Gefühl, wenn das Diktat der Noten im Kopf überwunden ist und Musik einfach passiert. In all den Kleinigkeiten das große Bild nicht zu vergessen, gibt Schirmer ihren Schützlingen nach der Stunde mit auf den Weg.

Die lassen sich schnell noch Autogramme geben, ehe im fließenden Übergang wenige Augenblicke später Urte Alvermann Platz nimmt und eine Kostprobe einer Klaviersonate von Haydn gibt. Das konzentrierte Spiel der Schülerin geht einher mit dem konzentrierten Zuhören der Lehrerin. Philosophieren über Üben, Noten und praktische Fingerübungen lassen eine Dreiviertelstunde wie im Flug vergehen. Die Protagonisten sind zufrieden. "Ich habe sinnvolle Tipps bekommen", sagt Alvermann. "Die Schüler sollen möglichst viel für sich mitnehmen. Das Gefühl etwas für die Schüler erreicht zu haben, ist mir wichtig", erklärt Schirmer. Die Rechnung scheint aufgegangen. Für Alvermann war es eine außergewöhnliche Unterrichtsstunde in ihren zwölf Jahren Klavierunterricht. "Ich war heute schon aufgeregter als sonst beim Üben, aber nicht so wie bei einem öffentlichen Auftritt", erzählt die Abiturientin.

Meisterhaft finden übereinstimmend Schülerin und Lehrerin ihr Arbeitsgerät, den Steinway-Flügel. "Die direktere Umsetzung beim Spielen im Vergleich zu anderen Flügeln ist ein Unterschied wie Tag und Nacht", schwärmt Alvermann. "Auf der Skala von Trabant bis Ferrari, ist solch ein Flügel natürlich ein Ferrari", so Schirmer. Auch wenn die Pianistin gerne auf edlen Instrumenten spielt, hat sie sich schon manches Mal mit Weniger zufrieden geben müssen. "Es gab auch schon Konzerte, wo ich mit einem Trabant das Rennen fahren musste", so Schirmer. Der Leidenschaft für das Spiel im Allgemeinen tue das keinen Abbruch. "Klavierspielen ist gleichermaßen Handwerk und Philosophie", schwärmt die Pianistin. Diese Begeisterung für den Beruf hat sich auch größtenteils auf ihre Meisterschüler in der Medicusstraße übertragen.


"Kurt Weill" soll bald ihr Name sein

MZ 28.01.2012

Artikel von Sylke Kaufhold - Das diesjährige Kurt-Weill-Fest, das am 24. Februar beginnt, wird einen ganz besonderen Programmpunkt haben: Im Rahmen des Festivals soll der Musikschule Dessau-Roßlau der Name "Kurt-Weill" verliehen werden.

Die Zustimmung zu dieser Namensgebung gab am Donnerstagabend der Kulturausschuss. Zweifel an der Richtigkeit der Namensauswahl hatte keiner. Denn der in Dessau geborene Komponist, der mit dem jährlich stattfindenden gleichnamigen Festival in unserer Stadt eine äußerst wirkungsvolle Verankerung gefunden hat, spielt auch im Musikschulleben eine große Rolle.

Schon seit Jahren sind deren Schüler aktive Mitgestalter des Festivalprogramms, in diesem Jahr begleiten sie u.a. die Kinderoper "Oscar und die Groschenbande", die ihre Uraufführung erleben wird.

Mitarbeiter, Schüler und der Förderkreis der Musikschule sehen die Namensgebung als Anerkennung und Verpflichtung gleichermaßen. Einen Einblick in das Musikschulleben gab Leiterin Ute Mahlo den Ausschussmitgliedern vor Ort, denn die Sitzung fand in der Musikschule in der Medicusstraße statt.

693 Schüler lernen derzeit in der Dessauer Musikschule ein Instrument oder Gesang. Eine Zahl, die seit Jahren konstant ist, so Mahlo stolz. Dabei gehören keinesfalls nur Kinder und Jugendliche zur Schülerschar. 29 von ihnen sind zwischen 26 und 60 Jahre alt und zehn sogar über 60 bis 80. "Viele erfüllen sich im Alter einen Jugendtraum und lernen doch noch das Instrument, was sie schon lange lernen wollten", kennt Ute Mahlo die Motivation. Trotz der schon beachtlichen Zahl von knapp 700 müssen sich Interessierte mitunter gedulden, ehe für sie der gewünschte Platz frei ist. Etwa 50 Namen stehen d erzeit auf der Warteliste.

Die Dessauer Musikschule arbeitet nach dem Qualitätssystem Musikschule und führt seit 2010 die Bezeichnung "Staatlich anerkannte Musikschule". Im vorigen Jahr luden die Musikschüler die Dessau-Roßlauer zu 414 Konzerten ein, zu denen 56 000 Besucher kamen.

Trotz dieser Erfolgsbilanz drücken Mitarbeiter und Förderkreis aber einige Sorgen. Die größte ist die Erhaltung und Neuanschaffung von Instrumenten. "Dafür fehlt uns das Geld", so Ute Mahlo. Ohne das Engagement des Förderkreises sehe es in diesem Bereich ganz düster aus. 68 000 Euro haben dessen Mitglieder seit 1999 investiert. Was den Vorsitzenden Joachim Landgraf dabei aber ärgert, ist folgende Rechnung: 6 413 Euro nahm die Musikschule 2011 an Gebühren für Leihinstrumente ein - und führte diese an den Stadthaushalt ab. Im Gegenzug erhält sie von der Stadt für Erhalt und Wartung der Instrumente 3 400 Euro. "Das halte ich nicht für fair", meint Landgraf und schlägt vor, das Budget von den Einnahmen des Vorjahres abhängig zu machen.

Für verbesserungswürdig hält Landgraf auch die Raumsituation in der Außenstelle im BBFZ. Hier fehlen zum Beispiel Schallisolierungen. Die Werkstatt für Behinderte könnte vielleicht Abhilfe schaffen, so der Vorsitzende. "Wenn man sie mal fragt." Der Ausschuss versprach, die Themen aufzunehmen.


Musikalische Plaudereien

MZ 02.11.2011

Artikel von Gina Apitz - Für ihn sei es eine Premiere, sagt Günter Klatt und lächelt. Früher war er ja immer hinter der Bühne und nun müsse er plötzlich vor Leuten sprechen, das sei er gar nicht gewohnt. Von Aufregung spürte man am Freitagabend jedoch nichts.

Günter Klatt - schwarzes Jackett, blaue Krawatte, Brille auf der Stirn - kann gut erzählen. Ein Glas Rotwein soll helfen, die Zunge zu lockern. Zu einer "musikalischen Plauderei" war der 76-Jährige eingeladen. Die Dessauer Musikschule in der Medicusstraße hatte die neue Reihe ins Leben gerufen. Den Anlass bot der kürzlich erworbene Steinway-Flügel. Der Klavierbauer Klatt hatte mitgeholfen, das wertvolle Instrument auszusuchen.

Über Spendenaktionen, darunter das 88-Tasten-Projekt, war das Instrument schließlich gekauft worden (die MZ berichtete). 531,69 Euro stehen allerdings noch aus. Die versuchte man am Freitag über den Verkauf von Getränken herein zu bekommen. "Der Flügel ist doppelt so alt wie ich", sagte dazu Klatt und verglich ihn mit einem guten Wein. "Es ist immer Geschmackssache." Der große Vorteil des Steinways: Er ist sehr robust. Auch schwungvolle Stücke von Franz Liszt halte das Instrument aus.

"Ein Zufallstreffer", sei es gewesen, den Gutachter kennen zu lernen, sagt Joachim Landgraf, Vorsitzender des Förderkreises der Musikschule. Bei einer Feier habe er Günter Klatt angesprochen. Später kam ihm dann die Idee, den Klavierbauer einfach aus seinem Leben erzählen zu lassen. In 55 Berufsjahren hat dieser schließlich so einiges erlebt. Pro Tag stimmte er drei bis vier Instrumente. "Da kommt schon was zusammen", sagt Klatt heute. Auch wenn den Klavierstimmern in der Regel wenig Aufmerksamkeit zuteil wird, weiß der Experte: "Wenn das hinter der Bühne nicht funktioniert, dann ist der vorne aufgeschmissen." Er hat es selbst erlebt, dass beim Spielen Saiten rissen. Dann muss man schnell handeln. Ursprünglich hatte Günter Klatt, der in West-Berlin aufwuchs, eine Bäckerlehre begonnen, wechselte dann aber zu Klavierbauer, weil man ihm ein gutes Gehör bescheinigte. "Aber es hieß, das ist eine brotlose Kunst." Arbeitslos war Klatt später jedoch nicht. Viele Jahre betreute er Flügel der Berliner Philharmoniker und Instrumente von Herbert von Karajan oder Günter Grass. Seinen Anekdoten und dem Spiel der Musikschüler lauschten die Zuhörer am Freitag abwechselnd.


Wunderbar beflügelt

MZ 02.10.2011

"Es war Liebe auf den ersten Blick", gesteht Ute Mahlo, Leiterin der Musikschule, in aller Öffentlichkeit. Und der Geliebte zeigt sich sogleich in voller Leidenschaft, licht wie die Frühlingsluft, staubig wie die Poesie der Puszta, hintergründig, klar und perlend auch. Es ist ein Steinway-Flügel geworden, der am Sonnabend während eines festlichen Konzertes an die Musikschule Dessau-Roßlau übergeben wurde.

"Der erste Applaus geht in die Runde", sagt Joachim Landgraf, Vorsitzender des Förderkreises der Schule, zum Zeichen der Dankbarkeit, die alle einbezieht, Spender, Tastenpaten und jeden, der das Projekt unterstützt hat. 36 467 Euro seien auf dem Spendenkonto verbucht. 37 500 Euro habe das Instrument gekostet. Da habe man, so Landgraf, in Erwartung, dass der Flügel betöre, auf Risiko gearbeitet.

Ohne Risiko erscheint die Wahl des beratenden Experten. Gewonnen wurde Günter Klatt, der in der Berliner Philharmonie und in den Studios des SFB für Emil Gilels, Wilhelm Kempff und, die Liste ließe sich erweitern, Alfred Brendel Flügel in Stimmung brachte. Der Mann hat einiges zu erzählen, in einer musikalischen Plauderei, am 28. Oktober. Unter dem Motto "Unsere Träume haben Flügel bekommen" wird das Instrument eine öffentliche Angelegenheit bleiben. Am "Abend des offenen Flügels" im November kann nach Anmeldung, wer schon immer mal wollte, auf einem echten Steinway spielen. Konzerte folgen.

Aber nun wird die rote Schleife vom Flügel gezogen. In den ersten Tönen tanzt Annemarie Klein auf der Seele eines missgebildeten Possenreißers und führt den Traum nach Harmonie bündig zur bitteren Erkenntnis, "Polichinelle" aus Fantasiestücke op. 3 von Sergej Rachmaninow. Später spielt sie mit Christoph Schreiber (Violine) aus Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 5 op. 24, den 1. Satz der "Frühlingssonate": fantasierte Lauterkeit, klare Luft und lichte Wechsel von Melodiepart und Begleitung.

"Eine verrückte Idee hat funktioniert", sagt Schreiber. Er, Annemarie Klein, Anne Meißner und Annemarie Schulze hatten 2008 Einnahmen ihres Abschiedskonzertes von der Musikschule für die Anschaffung eines Konzertflügels gespendet und das Projekt unkonventionell begonnen. Benefizkonzerte und die Idee der Tastenpartnerschaft folgten. Nun ist das Fest vor allem ein Konzert der ehemaligen Schüler, mit Friederike Liesche und Peter Ullmann, mit "Gespenstermärchen" und "Abendlied" von Robert Schumann zu vier verständigen Händen, oder mit Grenzübertritten Astor Piazzollas, dem Schöpfer des Tango Nuevo, mit Anne Meißner (Klavier) im Trio, mit knisternden Dissonanzen und rhythmischen Feinheiten. Claudius Lepetit (Violoncello) und Kapellmeister Wolfgang Kluge (Klavier) spielen drei Sätze aus Sonata in E von François Francour: Allegro, welch Feuer, vor allem aber rhetorisch schön. Symbolisch übernehmen zwei Schüler: Die kleine Jasmin Kunze (Violine), nicht nur beschaulich, zukunftsträchtig. Und wenn der jüngste Pianist, Arthur Fenger, den letzten Ton getroffen hat, wird zügig gedienert.

Konzertmeisterin Myra van Campen-Bálint beschönigt nicht, treibt den Staub vom Resonanzboden, eine raue, breite und deshalb betörend hintergründige Poesie, "Tzigane" vom Maurice Ravel. Verrückt greift schwerelos und plastisch diese Melodie über eine Basslinie, die sich hier wenig beschränkt: Thomas Benke spielt Consolation Nr. 3 von Franz Liszt und schließt die Ungarische Rhapsodie Nr. 8 an: auftrumpfend, ein typischer Werbetanz, den Benke in verstörende Leidenschaftlichkeit führt. Ein Bonbon gibt es zum Schluss, Klavier zu vielen Händen, zeichenhaft, für die vielen Hände, die folgen.


Dem Flügel schon nah

MZ 15.03.2011

Als Bastian Matthei gegen 21.45 Uhr die Theatertreppe emporeilt, hat ein Großteil der Besucher des Preisträgerkonzertes das Rangfoyer des Anhaltischen Theaters bereits verlassen. Der junge hoffnungsvolle Pianist wird nun ohne seinen Auftritt beim Preisträgerkonzert des Förderkreises der Musikschule zum 20. Landeswettbewerb Jugend musiziert antreten müssen. Dafür war er beim Konzert mit der Jugend-Big-Band Anhalt in Roßlau mit Pascal von Wroblewsky dabei. Gleichfalls ein Beleg dafür, wie gut und gefragt die Dessau-Roßlauer Musikschüler sind.

Bei so viel Qualität der Darbietungen und Talenten der jungen Musizierenden, die das Preisträgerkonzert zum wiederholten Mal eindrucksvoll dem Publikum bot, ist es kein Wunder, dass der Förderverein der Musikschule bestrebt ist, dem Nachwuchs eine bestmögliche Ausbildung zu gewährleisten. Mehrfach schon waren diese Konzerte der Besten der Regionalwettbewerbe und Qualifizierten für den Landeswettbewerb genutzt worden, um Sponsoren für ihr Engagement beim Erwerb von Musikinstrumenten zu danken. Diesmal gab es noch kein neues Instrument. Denn für den neuen Konzertflügel für den Saal der Musikschule braucht es noch ein paar Euro. Doch einen wesentlichen Anteil haben an dem Abend die Rotarier beigesteuert. Einen symbolischen Scheck über 5 000 Euro überreichte Gregor Hundeshagen, der Präsident des Rotary Clubs Dessau.

Für ihn sei das eine sehr angenehme Aufgabe, versicherte Hundeshagen. Er wisse um die Bedeutung der Musikschule für Kinder und Jugendliche, betonte er, "auch, weil meine beiden Kinder hier sehr viel mitgenommen haben auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden". Hundeshagen wünschte sich, dass noch viele solcher "Grundsteine" gelegt werden, weswegen er die Initiative zum Spenden-Sammeln für den Konzertflügel begrüßte und ging davon aus, dass mit den 5 000 Euro der Förderverein "ganz in die Nähe eines neuen wunderbaren Instruments" kommen werde. Fördervereinsvorsitzender Joachim Landgraf bestätigte das. Mit dem Scheck der Rotarier war die Spendensumme auf 31 562,37 Euro an diesem Abend angewachsen, so dass der Vorstand mit der Musikschule schon mal ein Instrument erwählen könne. Bis zum Erwerb eines "tollen Konzertflügels" sollen es dann 35 000 Euro werden, wünschte sich Landgraf.

Zur Finanzierung des neuen Konzertflügels gibt es ein spezielles Spendenkonto bei der Volksbank Dessau-Anhalt eG, BLZ 800 935 74, Konto-Nummer 1 01 21 36 79.


Tastenpaten kommen an

MZ 10.03.2011

In 14 Tagen werden wieder Hände feucht und junge Leute nervös. Dessau-Roßlau ist vom 25. bis zum 27. März Austragungsort für den 20. Landeswettbewerb "Jugend musiziert". In der Musikschule, im Liborius-Gymnasium, im Alten Theater und im Bürgerzentrum treten dann Pianisten, Bläser-Ensembles, Streicher und Akkordeonisten, Sänger und Harfenisten gegeneinander an.

Beim Regionalwettbewerb, der Ende Januar ausgetragen wurde, hatten 30 Nachwuchsmusiker von der Schule mitgewirkt. Die Musikschule Dessau ist nun mit 15 Schülern beim Landeswettbewerb vertreten. Die Preisträger dieses ersten Ausscheides sind nun an diesem Sonnabend in einem Konzert im Rangfoyer des Anhaltischen Theaters zu hören. Ausgerichtet wird dieser Abend vom Förderkreis der Musikschule, der sich auf vielfältige Weise engagiert. "Dieses Preisträgerkonzert ist für uns eine feste Größe", sagt Joachim Landgraf, der Vorsitzende des Förderkreises. Seit dem Jahr 2000 veranstalte man dieses Konzert, in dem sich die jungen Musiker vor dem Landeswettbewerb noch einmal vergleichen können.

80 Mitglieder zählt der Verein, und viele von ihnen werden auch beim Landeswettbewerb die Musikschule unterstützen. "Wir haben schon beim letzten Mal die Spielorte abgesichert und die Teilnehmer betreut", berichtet Vorstandsmitglied Claudia Udet. Aber auch finanziell übernimmt der Verein Aufgaben, die weit über ein übliches Engagement hinausgehen und eigentlich Sache des Schulträgers sein sollten. "Für die Anschaffung von Instrumenten und Reparaturen ist schon sehr viel zusammengekommen", sagt Udet. Joachim Landgraf nennt 30 800 Euro, die durch die Tastenaktion für die Anschaffung eines neuen Konzertflügels gesammelt wurden. "Die Patenschaften für die Tasten sind der Renner." Wer sich über dieses Projekt informieren möchte, ist auf der neuen Internetpräsenz des Fördervereins richtig, die erst dieser Tage an den Start ging.


Die Begünstigten

MZ 22.12.2010

Den PS-Zweckertrag des ersten Halbjahres 2010 in Höhe von 17 895 Euro vergab die Sparkasse Dessau an folgende Einrichtungen und Vereine: Behindertenverband Dessau, Stadtfeuerwehrverband Dessau-Roßlau ( Bereich Jugendfeuerwehr), Anhaltisches Theater Dessau, Förder- und Landschaftspflegeverein Biosphärenreservat Mittelelbe, Kurt-Weill-Gesellschaft, den PSV 90 Dessau, das Kinderheim in Dessau, Förderkreis der Musikschule der Stadt Dessau, Förderverein für das Technikmuseum Hugo Junkers-Dessau , Johanniter-Unfall-Hilfe, Roßlauer Karneval-Club, Wallwitzburg Dessau, Kleine Arche, Tierheim Dessau, Integrationshaus Brücke, Tierparkfreunde Dessau, Förderverein Burg Roßlau, SG Kühnau, SG Blau Weiß Dessau, Schwabehaus e.V., Spielplatzinitiative Dessau, Jugendtreff Kiez, Alternatives Jugendzentrum, Jugendtreff im Krötenhof, Nordklub, Jugendklub Th. Müntzer, Jugendtreff Mildensee (St. Johannes GmbH), Jugendtreff Waldersee (St. Johannes GmbH), Jugendfreizeittreff Georgium (St.Johannes GmbH) , Jugendtreff im Amtshaus Kühnau (Wir mit Euch e.V.), Kinderfreizeitoase, Jugendtreff Kochstedt (Zu Hause in Kochstedt e.V.), Jugendklub Mosigkau, Jugendklub Zoberberg und Kinderfreizeiteinrichtung Baustein.


Kleiner Geldsegen für Vereine
Volksbank Dessau-Anhalt spendet Reinerträge des Gewinnsparens.

MZ 11.12.2010

Zu einer vorweihnachtlichen Bescherung hatte der Vorstand der Volksbank Dessau-Anhalt am Donnerstag Vertreter von gemeinnützigen Vereinen und Einrichtungen aus Dessau-Roßlau eingeladen. Die Reinerträge des Gewinnsparens der Volksbanken und Raiffeisenbanken wurden auch in diesem Jahr zur finanziellen Unterstützung von deren Arbeit verwendet. Vorstand Manfred Bähr konnte dreizehn Schecks an Vereine aus der Region Dessau-Roßlau übergeben. Insgesamt wird die Volksbank Dessau-Anhalt 44 Vereine und Einrichtungen in ihrem Geschäftsbereich mit 18 459 Euro unterstützen. Über einen finanziellen Zuschuss können sich in Dessau-Roßlau freuen: der Förderkreis der Musikschule (für einen Konzertflügel), die Evangelische Stadtmission (für neue Tische und Stühle), der SV Mühlstedt 95 (für Fußbälle, Volleybälle und Sporttrikots), die Wasserwacht des DRK-Kreisverbandes Dessau (für vollautomatische Rettungswesten für den Kinder- und Jugendbereich), der Förderverein der Grundschule Waldstraße Roßlau (für ein Sitzkarussell auf dem Schulhof), der Verein "Ein Heim für Tiere Dessau und Umgebung (für einen Rasenmäher), der Bogensportclub Dessau (für eine neue Schießwand) , der Caritasverband für das Dekanat Dessau (für ein Spiralwippgerät im Außenbereich), der Tierschutzverein Dessau und Umgebung (für ein neues Vereinsschild), die SG Empor Dessau-Waldersee e.V. (für Sportausrüstungen), der Förderverein der Kindertagesstätte Kleutsch (für ein Spielhaus), der Deutsch-Chinesische Kulturbund für Shaolin-Kung-Fu (für T-Shirts der Kinder und Jugendlichen) sowie der Dessauer Volleyballclub 1991(für Volleybälle).


Paten für Tasten

MZ 12.10.2010

Für einen neuen Flügel, den die Musikschule Dessau-Roßlau anschaffen möchte, werden noch Tastenpaten gesucht: Zu "haben" sind noch 52 von 88 Tasten, jede Patenschaft kostet 88 Euro. Zur Unterstützung seiner Arbeit hat der Förderverein der Musikschule einen Fotokalender für 2011 herausgegeben. Er wird für zwölf Euro unter anderem in der Musikschule verkauft.


Luisium-Konzert erklingt für noch mehr Tasten

Musikschüler spielen am Sonnabend beim Gartenreichtag für die Anschaffung eines neuen Konzertflügels.

DESSAU/MZ 05.08.2010

19 Tasten sind verkauft. Ein guter Weg, doch längst nicht das Ziel, immerhin müssen es 88 Tasten werden. So viele hat ein Klavier und ein ebensolches benötigt ganz dringend die Dessauer Musikschule. Für die Anschaffung eines Konzertflügels haben die drei ehemaligen Dessauer Musikschüler Annemarie Klein, Annemarie Schulze und Christoph Schreiber das Projekt "88 Tasten für je 88 Euro" ins Leben gerufen, nachdem sie bereits vor zwei Jahren begonnen hatten, für einen Konzertflügel Spenden einzuwerben.
Die jungen Musiker haben gemeinsam mit Anne Meißner vor zwei Jahren in ihrem Abschiedskonzert von der Musikschule die Initiative ergriffen, für die Anschaffung eines Konzertflügels in Verantwortung des Förderkreises der Musikschule Geld zu sammeln. Der Betrag auf dem Sonderspendenkonto "Konzertflügel" ist inzwischen auf rund 12 000 Euro angewachsen.
Nun wird es an diesem Sonnabend beim Gartenreichtag ein Nachwuchskonzert am Blumengartenhaus im Luisium geben, bei dem erneut um Spenden für den neuen Konzertflügel gebeten werden soll. 10.30 Uhr spielen im Rahmen der Konzertreihe "...und sonntags ins Luisium" Christoph Schreiber (Violine), Annemarie Gäbler (Violine), Lucas Schwengebecher (Viola), Marianne Gäbler (Violoncello) und Christian Wettin (Klarinette). Sie sind alle Mitglieder des Jugendsinfonieorchesters Sachsen-Anhalt und Musikstudenten. Mozarts Klarinettenquintett in A-Dur KV 581 und das Quintett op.102 von Robert Fuchs bringen sie im sommerlichen Park zu Gehör.
Das ist dann schon das zweite Benefizkonzert innerhalb von zwei Monaten. Beim Konzert im Juni hatten die ehemaligen Musikschüler das neue Großprojekt "88 Tasten für je 88 Euro" ins Leben gerufen. Diese aktuelle Weiterführung der Spendenaktion geht davon aus, dass die 88 Tasten eines Konzertflügels "gekauft" werden können. Als unmittelbares Echo wurden 15 Tasten "verkauft". Die "Tasten-Paten" sollen auf einer großen Flügeltastatur-Nachbildung im Saal der Musikschule, dem Standort des ersehnten Instrumentes, eine dauerhafte Würdigung finden.


Neue Initiative zur Anschaffung eines Konzertflügels - "88 Tasten für je 88 Euro"

DESSAU/portal-dessau.de

01.07.2010 - Am Samstag, dem 19. Juni 2010, musizierten die drei ehemaligen Dessauer Musikschüler Annemarie Klein, Annemarie Schulze und Christoph Schreiber erneut in einem Benefizkonzert zugunsten der Musikschule. In bewährter Weise wurden die jungen Künstler zum Teil vom Kapellmeister und Studienleiter der Anhaltischen Philharmonie, Wolfgang Kluge begleitet.
Die jungen Musiker starteten gemeinsam mit Anne Meißner vor zwei Jahren in ihrem Abschiedskonzert von der Musikschule die Initiative, für die Anschaffung eines Konzertflügels in Verantwortung des Förderkreises der Musikschule Geld zu sammeln.
Das Sonderspendenkonto "Konzertflügel" wies zum Zeitpunkt des diesjährigen Konzertes einen Betrag von fast 12.000 Euro aus. Bei dem Benefizkonzert am 19. Juni wurde von den ehemaligen Musikschülern, die inzwischen alle Musik studieren, das neue Großprojekt "88 Tasten für je 88 Euro" ins Leben gerufen. Diese aktuelle Weiterführung der Spendenaktion nimmt Bezug darauf, dass ein Konzertflügel 88 Tasten hat und jede Taste nunmehr "gekauft" werden kann.

Zum Konzert wurden die großartigen Leistungen der jungen Künstler vom Publikum begeistert gefeiert. Der gesamte Erlös des Konzertes in Höhe von 587 Euro ist ebenfalls ein Beitrag für das Flügel-Spendenkonto. Ein anschließender kleiner Empfang zum Schuljahresausklang, der von den Vorstandsmitgliedern des Förderkreises in eigener Initiative im Georgengarten ausgerichtet wurde, bot die Möglichkeit zu Gesprächen und natürlich zur Erläuterung der neuen Initiative "88 Tasten für je 88 Euro".
Als unmittelbares Echo konnten bereits 15 Tasten "verkauft" werden. Diejenigen, die sich an der Initiative beteiligen, übernehmen Patenschaften für jeweils eine oder mehrere Tasten des neuen Flügels und unterstützen somit unmittelbar die weitere Finanzierung des Instrumentes. Die "Tasten-Paten" werden auf einer großen Flügeltastatur-Nachbildung im Saal der Musikschule, dem Standort des ersehnten Instrumentes, eine dauerhafte Würdigung finden.
Des Weiteren erhalten sie eine persönliche Urkunde und natürlich Einladungen zu besonderen Sponsorenkonzerten mit diesem Flügel. Der Vorstand des Förderkreises hat als Ziel formuliert, spätestens zum 800jährigen Jubiläum der Stadt Dessau im Jahr 2013 dieses anspruchsvolle Vorhaben zu realisieren.
An alle Freunde der Musikschule, an Unternehmen und Einrichtungen sowie Privatpersonen ergeht die Bitte, sich mit konkreten Patenschaften an dem Flügeltasten-Projekt zu beteiligen. Ein kleiner Flyer des Förderkreises, der zum Beispiel an der Theaterkasse im Rathauscenter oder über die unten aufgeführten Kontaktmöglichkeiten erhältlich ist, gibt allen am Projekt Interessierten die nötigen Informationen sowie die Möglichkeit, sich der Initiative mit entsprechenden Geldbeträgen anzuschließen.


Quelle: mz-web GmbH / Mitteldeutsches Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG